Schulprogrammpunkt: Transparente Leistungsbewertung
hier: Zeugnisse

Zeugnisform
Klasse 1:
Berichtszeugnis am Ende des Schuljahres
Klasse 2: Berichtszeugnis am Ende des Schuljahres
Klasse 3: Berichtszeugnis zum Ende des 1. Halbjahres
                 Berichtszeugnis mit Notenblock zum Ende des 2. Halbjahres
Klasse 4: Notenzeugnis mit Empfehlung für die weiterführenden Schulen zum Ende des 1. Halbjahres
                 Notenzeugnis zum Ende des 2. Halbjahres
(Beschluss der Schulkonferenz vom 18.06.2012)
Die Zeugnisse der Klasse 1, 2,3 und 4 enthalten die Bemerkungen zum Arbeits- und Sozialverhalten zum Ende des Schuljahres. Zum Halbjahr Klasse 3 erscheinen Bemerkungen zum Arbeits- und Sozialverhalten nur, wenn es notwendig ist, zum Halbjahr Klasse 4 fließen die Bemerkungen in die Empfehlung für die weiterführende Schule mit ein.
(Beschluss der Schulkonferenz am 17.10.2011)

Berichtszeugnis 
Das Berichtszeugnis beschreibt wörtlich, im Fließtext, die Entwicklung jedes einzelnen Kindes. Die Kompetenzerwartungen werden, wie es die Lehrpläne und Richtlinien fordern, deutlich benannt. In den Texten können Beispiele aus dem Unterrichtsgeschehen einfließen, die dem Kind das Gefühl vermitteln, dass seine Leistung wahrgenommen wurde.
Neben Lob werden aber auch deutlich Schwächen benannt und Lösungsvorschläge (Förderempfehlungen) für die Zukunft gemacht. Die Lernentwicklungsberichte beschönigen nicht die Leistungen der Kinder, sondern dokumentieren einen Überblick über die Leistung des Kindes im vorangegangenen Schuljahr.

Begründung für das Berichtszeugnis:
Bis 2020 ist Deutschland verpflichtet die UN-Behinderten-Konvention (Inklusion) umzusetzen.
Der Grundschulverbund ist Schule für Gemeinsames Lernen (GL). In unserer Schule lernen Kinder mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten, der Gedanke der „Individuellen Förderung“ ist deshalb in unserem Schulprogramm festgeschrieben.

Daher ändert sich auch die Bewertung der Leistung: Schüler und Schülerinnen arbeiten auf verschiedenen Niveaus (= dem individuellen Leistungsvermögen angepasst) und machen individuelle Lernfortschritte. Eine Ziffernnote 3 könnte die Leistungen, die Schüler auf unterschiedlichen Niveaustufen erbringen, nicht zutreffend beschreiben. Die individuellen Entwicklungsschritte könnten nicht dargestellt und die Ziffernnote nicht begründet werden.
Ziffernoten sollen Leistungen innerhalb einer Klasse vergleichbar machen, die aber aufgrund der Unterschiedlichkeit der Lernausgangslagen der Kinder nicht mehr vergleichbar sind.
Beispiel: Peter nimmt am Unterricht der 3. Klasse teil. Seine Leistungen im Fach Deutsch entsprechen den Kompetenzerwartungen der 3. Klasse. Er hat noch Schwierigkeiten beim Erlesen längerer unbekannter Texte. Deshalb bekommt er mehr Zeit eingeräumt, bzw. leichtere und/oder kürze Texte zum Bearbeiten. Er macht Fortschritte in seiner Leseleistung.
In Mathematik hingegen ist Peter ein richtig fittes Kerlchen. Hier bearbeitet er schon Aufgaben, die dem Niveau der Klasse 4 entsprechen. Gelegentlich nimmt er bei bestimmten Matheprojekten am Unterricht der Klasse 4 teil. Darauf ist er sehr stolz und es motiviert ihn zusätzlich.
Ziffernnoten könnten seinen individuellen Leistungsstand im Fach Deutsch, Bereich Lesen und im Fach Mathematik nicht beschreiben.
Da wir als Schule alle Schüler im Blick haben müssen, sowohl die Leistungsstarken als auch die Leistungsschwachen und alle individuellen Abstufungen dazwischen (siehe Peter), haben wir in Abstimmung mit der Schulkonferenz beschlossen, die individuellen Leistungen unserer Schüler in einem Berichtszeugnis zu beschreiben. Ziffernnoten erscheinen erstmalig neben dem Bericht am Ende der 3. Klasse.
Manchen Eltern erscheint dies im Hinblick auf die weiterführenden Schulen zu spät. Ihre Kinder würden die Beurteilung durch Ziffernnoten bei älteren Geschwistern wahrnehmen und wüssten sich in diesem Benotungssystem nicht einzuordnen. Dem gegenüber steht unsere Praxis des Schüler-Feedbacks, d.h. der individuellen Hinweise auf Stärken und Schwächen des Kindes in persönlichen Lehrerrückmeldungen auf vielfältige Leistungsanforderungen. Eltern werden bei Interesse auf Elternsprechtagen, in Förderkonferenzen und in persönlichen Gesprächen jederzeit zum aktuellen Leistungsstand ihres Kindes beraten.
Insofern sind wir davon überzeugt, dass eine möglichst lange Zeit in der Grundschule ohne Notendruck der Entwicklung aller Kinder gut tut.